Vor über 20 Jahren begann eine kleine Gruppe von aufgeweckten Frauen mit einem Projekt Weltladen – ein Lädchen in einem abgelegenen kirchlichen Gebäude. Einige von ihnen sind immer noch dabei, als unsere jetzige Gruppe zum kühnen Sprung in ein eigenes „Fair-Handels-Geschäft“ mitten in der Stadt Erding ansetzte. Die zwei Jahrzehnte seitdem hatten wir genutzt, um unser Anliegen öffentlich zu machen. Wenn wir auf etwas stolz sind, dann ist es die ausdauernde Zielstrebigkeit, die uns alle die Jahre motiviert hat.

Wo immer in Erding Menschen ansprechbar waren, haben wir den „Fairen Handel“ ins Gespräch gebracht. Zuerst waren es Gemeinde- und Kindergartenfeste, wo wir unseren Stand aufschlugen. Dann der Christkindlmarkt und das Erdinger Kulturfest Sinnflut. Die Musikschule lud zu einem Internationen Fest der Begegnung und das „Brotmobil“ von „Brot für die Welt“ machte vor dem Rathaus Station. Immer waren auch wir zu Stelle.

Bürgermeister, Stadt- und Kreisräte wurden zu einem „Fairen Frühstück“ gebeten mit dem erfreulichen Ergebnis, dass jetzt die Jubiliare im städtischen Geschenkkorb fair gehandelte Produkte aus unserem Laden finden. Die Öffentlichkeit lockten wir mit unserem „Wintercafé“, das inzwischen durch regen Zuspruch zur jährlichen Tradition wurde. Die Kirchengemeinde konnten wir gewinnen, für Geschenke bei verschiedenen Anlässen fair Gehandeltes zu verwenden. Das alles und vieles mehr mit nur einem Ziel, öffentlich auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen, denn der Faire Handel braucht informierte Öffentlichkeit.

Wir suchten und fanden Freunde: Katholische Pfarrgemeinden gewannen wir für ökumenische Zusammenarbeit, Schulklassen beteiligten sich bei Schulbazaren, Behörden lieferten wir ihren Bürokaffee, das Katholische Bildungswerk half „faire Nikoläuse“ unter die Leute zu bringen. Wir organisierten Schulvorträge und ein Schülerquiz und luden Jugendliche zum Praktikum in unseren Laden ein. Schließlich initiierte ein Teammitglied ein Schulprojekt, bei dem ein fairer Einkaufsführer für die Stadt Erding erstellt wurde.

Durch verschiedene Spendenaktionen gelang es uns, die unvermeidlichen Unkosten zu finanzieren, so dass wir unseren Gewinn  jährlich  spenden konnten: für „Brot für die Welt“, für die Dekanatspartnerschaft inTansania und für die Hilfe in Katastrophenfällen – in 20 Jahren insgesamt fast 40.000 Euro! Das hat uns gefreut aber unser eigentliches Anliegen ist und bleibt

Wir beteiligten uns an der bundesweiten Plakataktion anlässlich der Bundestagswahl 2002. Im Jahr 2009 besuchte uns die damalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Immer wieder gelang es, prominente Künstler für unsere Sache zu begeistern: Martina Eisenreich kam mit ihrer Geige, Trommel- und Bläsergruppen ließen sich gewinnen, eine Puppenspielerin und die Folkgruppe „Irisch Moos“ traten bei uns auf. Immer ging es nur darum: im öffentlichen Gespräch bleiben.

Ein bürgerschaftliches Netzwerk wollen wir sein. Unser Ladengeschäft betreiben wir ausschließlich ehrenamtlich, alle Aktivitäten werden in regelmäßigen Teamsitzungen gemeinsam geplant. Die Umsätze sind kontinuierlich gewachsen, aber in unserem abgelegenen Kellerlokal sahen wir keine Möglichkeit, unseren Kundenstamm zu erweitern. Unser Fernziel war stets ein Ladengeschäft in der Innenstadt.

Am 07.01.2013 wurde der Verein Weltladen Erding e. V. gegründet, der seither das Ladengeschäft in der Maurermeistergasse 4 betreibt.

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